Wertschätzung ist das Gesetz der Menschenliebe

Vor ein paar Tagen hat mich eine schöne Idee meines Teams bei unserer JENEWEIN-Weihnachtsfeier wirklich «geflasht»: Alle Mitarbeitenden von uns bekamen eine personalisierte Weihnachtsbaumkugel. Die Kugel war hochwertig, aber noch viel schöner war, dass um den jeweiligen Namen sämtliche positiven Eigenschaften standen, die das Team mit der Person verbindet. Die Adjektive wurden im Vorfeld über eine Online-Umfrage eingesammelt. Niemand wusste für was, so dass es wirklich eine riesige Überraschung war, als dann jeder «seine/ihre» Kugel überreicht bekam.

Es hat mich gerührt, so viele schöne Dinge über mich zu lesen – und ob ihr es glaubt oder nicht, einige hatten sogar Tränen in den Augen! Zusätzlich zur Kugel gab es nämlich noch eine Weihnachtskarte, die nicht an den Mitarbeitenden, sondern an dessen Partner oder deren Partnerin gerichtet war. Es ging darum, auch den Menschen hinter den Kolleg/innen für ihre Unterstützung zu danken und ihnen gleichzeitig mitzuteilen, was für einen tollen Job ihre Liebste bzw. ihr Liebster macht.

Warum erzähle ich euch das?

Zum einen, weil es vielleicht auch eine schöne Idee für Eure Weihnachtsfeier sein könnte 😉

Zum anderen, weil ich denke, dass es ein gutes Beispiel für die «Kraft von Wertschätzung» ist.

Die Forschung spricht vom «Gratitude Gap». 80 % der Führungskräfte sagen, dass Dankbarkeit entscheidend für Motivation und Bindung ist. Aber nur 15 % der Mitarbeitenden fühlen sich laut eigener Aussage wirklich regelmässig wertgeschätzt (CCL, 2023). Diese Lücke ist nicht nur ein Imageproblem. Sie kostet vor allem Motivation, Loyalität und Produktivität. Denn Mitarbeitende kündigen nicht immer laut. Viele kündigen leise: mit weniger Initiative, weniger Kreativität und weniger Herzblut.

Auch die Arbeitspsychologin Nicole Kopp wies kürzlich in der NZZ darauf hin, dass Wertschätzung wie ein Wunder wirke. Sie erhöht das Wohlbefinden sowie die Schlafqualität und reduziert zusätzlich Stress sowie Burnout-Risiken. Warum also danken wir so selten? Weil wir glauben, das erledigen schon die Bonuszahlungen am Jahresende, die Weihnachtsansprache oder die in Aussicht gestellte Beförderung?

Echte Wertschätzung lässt sich nicht delegieren. Sie ist ein unauslöschliches Bedürfnis von uns Menschen – unabhängig von Hierarchiestufe, von Alter oder Geschlecht –, wir alle brauchen sie wie die Pflanzen das Licht.
Sie kostet nichts und bewirkt so viel, wenn wir es richtig machen.
Sie passiert im Moment. Im Gespräch. Im bewussten Blick.

Die Forschung (Grant & Gino, 2010; Emmons & McCullough, 2003) gibt eine klare Empfehlung an die Hand:

1.⁠ ⁠Sei konkret. Nur wer genau benennt, wofür er dankt, schafft Bedeutung.

2.⁠ ⁠Sei zeitnah. Ein Danke, das zu spät kommt, verliert seine Kraft.

3.⁠ ⁠Sei persönlich. Nur dann entsteht Vertrauen.

Übrigens, als ich heute voller Stolz meine Weihnachtskugel an unseren Christbaum hängte, fragte mein 12-jähriger Sohn sofort, ob mein Team das freiwillig geschrieben hat 😉

Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 12.12.2025 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag

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