Ist hier überhaupt noch jemand echt?

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𝗜𝘀𝘁 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝘂̈𝗯𝗲𝗿𝗵𝗮𝘂𝗽𝘁 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗷𝗲𝗺𝗮𝗻𝗱 𝗲𝗰𝗵𝘁?

Kürzlich erzählte mir eine Freundin, die im Mittelmanagement eines deutschen Konzern arbeitet, dass sie es nicht mehr aushält: „Es ist mittlerweile ein einziges grosses Theater! Jeder spielt nur noch eine Rolle. Keiner ist mehr echt!“

Die Forschung zeigt, dass sich Menschen in Zeiten von Unsicherheit und Krisen verwundbarer fühlen und sich in der Folge oft verschliessen. Die Mitarbeitenden befürchten, die so dringend benötigte Beförderung oder den Bonus nicht zu erhalten oder sogar ihren Job zu verlieren. Das führt zu sozial erwünschtem Verhalten, jeder spielt nur noch eine Rolle. Jeder spürt es irgendwie, aber keiner traut es sich anzusprechen. Es ist wie ein endloses Schauspiel, bei dem am Ende alle verlieren.

Die Performance des Unternehmens sinkt, weil keine echten Diskussionen mehr geführt werden. Die Geschäftsleitung erreicht die Belegschaft nicht mehr („sowieso alle im Homeoffice“). Und die Mitarbeitenden sind einfach nur erschöpft, weil es unglaublich anstrengend ist über so lange Zeit nicht man selbst sein zu können. Die Folge: Der Umsatz sinkt. Die Angst wird grösser.

Wie können wir aus dem Teufelskreis ausbrechen? Auch wenn es uns Angst macht: Der beste Weg ist es, zu unserer Verletzlichkeit zu stehen. Indem wir uns unseren Ängsten stellen und bereit sind, verletzlich zu sein, können wir tiefere Beziehungen aufbauen, unser Selbstvertrauen stärken und emotionale Nähe fördern. Das macht nur keiner, wenn er oder sie das Gefühl hat, sein Umfeld verdient seine Verletzlichkeit nicht. So befinden sich Millionen von Menschen in einer Sackgasse!

Studien zeigen, um den Teufelskreis von Angst und Verletzlichkeit zu durchbrechen, ist es entscheidend, einen sicheren Raum für die Kommunikation zu schaffen. Wenn Menschen in einer Umgebung sind, in der sie sich akzeptiert und geschützt fühlen, werden sie offenere und ehrlichere Beziehungen führen.

Wie aber schafft man solche Räume? Wie kommt man sich näher und nutzt die Superkraft der Verletzlichkeit für seine Organisation ohne ewige Teambuilding-Übungen? Meine Empfehlung: „die triple H Methode“.

Der Chef oder die Chefin beginnt und spricht im nächsten Meeting nicht wieder über KPIs, Fehler oder Forecasts, sondern über seine/n:

  1. Helden/Heldin: Wer ist das und wieso?
  2. ⁠Hardship: Was war die bislang grösste Niederlage oder Trauer?
  3. Highlight: Was war die bislang grösste Freude?

Ich verspreche euch: Wenn ihr diese Sessions regelmässig und ehrlich macht, werden Schritt für Schritt die Masken fallen. Vertrauen und am Ende auch Performance werden steigen.

Zur einfacheren Umsetzung hab ich euch nachfolgend noch ein kurzes Video dazu aufgenommen.

Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 28.07.2025 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag

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