Das Ende der gläsernen Decke im Fussball!

Die Bundesliga hat seit Sonntag mit Marie-Louise Eta ihre erste Cheftrainerin. Es erfüllt mich mit Stolz sagen zu können, dass diese mutige Entscheidung auf meinen Schwager Horst Heldt und den Präsidenten von Union Berlin Dirk Zingler zurückgeht. Die beiden haben damit nicht nur in Deutschland, sondern in den Top-5-Ligen Europas Geschichte geschrieben.

Die Reaktionen? Gespalten. Fachleute und Spielerinnen wie Alexandra Popp feierten die Entscheidung. Lothar Matthäus fragte: «Warum sollten Frauen keine wichtigen Positionen im Männerfussball übernehmen?» Gleichzeitig hagelte es auf Social Media sexistische Kommentare und Zweifel an ihrer Kompetenz.

Zur Kompetenz nur so viel: Eta hat als Spielerin die Champions League gewonnen, drei Bundesligatitel geholt und sich als Trainerin von der Werder-Jugend bis zur Union-U19 still und konsequent nach oben gearbeitet. Darüber hinaus war sie auch schon Co-Trainerin der Profimannschaft der «Eisernen». Viele werden jetzt argumentieren, aber das war doch «nur Frauenfussball» und als Trainerin mehrheitlich «nur» Jugendfussball. Aber genau hier beginnt das Problem.

In der Forschung nennt man das Phänomen die «gläserne Decke». Stereotypische Erwartungen und unbewusste Vorurteile verhindern, dass (in diesem Fall) Frauen in von Männern geprägte Positionen kommen.

Was Horst Heldt und Dirk Zingler getan haben, ist wegweisend. Nicht weil Eta eine Frau ist. Sondern weil sie in einem Moment des Drucks im Abstiegskampf die aus ihrer Sicht beste verfügbare Person für den Job genommen haben. Ohne Wenn und Aber.

Die Tür ist jetzt offen. Für viele weitere Frauen, die sich genauso beweisen müssen wie ihre männlichen Kollegen, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Und irgendwann wird genau das der Normalzustand sein: keine Schlagzeilen mehr über die «erste Frau», keine doppelten Erklärungen, keine Sonderdiskussionen. Nur noch die Frage, die immer die einzige hätte sein sollen: Ist sie die Richtige für den Job?

Solch eine Entscheidung fördert Vielfalt, schafft Vorbilder und zeigt, dass echter Fortschritt Führungspersönlichkeiten belohnt, die Leistung und Vision mitbringen, nicht bloss Konformität.

Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 13.04.2026 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag

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