Teams sind per Definition dysfunktional!

Ein grosser Irrtum im Management besteht darin zu denken, dass Teams von Beginn an performant sind. Man muss nur die richtigen Personen auswählen und sie an die richtige Stelle setzen, der Rest kommt von allein!

Besonders gefährlich ist diese Fehleinschätzung für Aufsichtsräte. Hochdotierte Headhunter suchen nach dem richtigen Kandidaten für den offenen Vorstandsposten. Erfahrung, Expertise und mittlerweile auch Social Skills werden aufwändig abgeklärt bis endlich die perfekte Person gefunden ist.

Anschliessend wird sie/er mit grossem Brimborium vorgestellt und gehofft, dass das neue Vorstandsteam schnell auf Hochleistung kommt. Nur leider ist das eine Illusion. Gerade im Vorstand sitzen Menschen mit grossen Ambitionen und Eigeninteressen. Bereichsdenken, Konkurrenz und Selbstoptimierung ist darum nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Teams sind per Definition dysfunktional! So wie Menschen von Geburt an nicht laufen und Vögel nicht fliegen können.

Das ist auch nicht weiter dramatisch, wenn man es akzeptiert und bereit ist daran zu arbeiten. Genau daran hapert es aber! Man redet sich ein, dass man für so eine Teamentwicklungsmassnahme weder Zeit noch Geld und schon gar nicht die Nerven hat.

Man muss Strategie, Kosten und Qualität voranbringen. Dafür hat man ja genug Sitzungen, so eine „fühlst mich spürst mich“ Übung ist das letzte was man jetzt noch braucht.

Die Wahrheit ist: Wer nicht an seiner Zusammenarbeit arbeitet wird das Unternehmen nie langfristig zum Erfolg führen. Studien zeigen, Teaming fördert nicht nur die Effizienz und Produktivität, sondern auch das Wohlbefinden der Teammitglieder.

Entscheidend ist allerdings, dass die Massnahme zielgerichtet und hochwertig ist. Einfach nur einen Workshop, des Workshops willens führt nur zu Frustration und zur Abneigung gegenüber jeder weiteren “Soft-Intervention”.

Gute Interventionen arbeiten darum an:

  • einen «Good Fight Club» zu etablieren: Teams kommen erst dann wirklich voran, wenn sie aufhören, nett und freundlich zueinander zu sein und beginnen auf der Basis von echtem Vertrauen den «Fisch auf den Tisch zu legen» Die Abwesenheit von Konflikten ist nicht Harmonie, sondern Apathie!
  • sich echt zu zeigen: Solange jeder nur eine Rolle spielt, keiner seine Fehler eingesteht und niemand den Mut hat über seine Gefühle zu sprechen kommt ein Team nicht voran. Unser genaustes Mass für Mut ist Verletzlichkeit!
  • das Wir über das Ich zu stellen: Solange die Teammitglieder keine Klarheit über das jeweilige Rollenverständnis und die Ambitionen der anderen haben, kann kein Vertrauen und kein Wir-Gefühl entstehen. Diskussionen ohne Vertrauen sind Politik, Diskussionen mit Vertrauen sind die Suche nach Wahrheit.

Ein High-Performance Team zu formen ist kein Teufelswerk, man muss nur bereit sein auch wirklich daran zu arbeiten. All Teams are born equal some work harder on their social Skills!

Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 25.09.2025 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag

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