Sitzt Ihr auch gerade am Schreibtisch oder beim Frühstück und habt ein wenig Angst vorm neuen Jahr? Ich ehrlich gesagt schon: Wegen der geopolitischen Lage und all den Kriegen auf der Welt. Wegen der kriselnden Wirtschaft und der drohenden Rezession im deutschsprachigen Europa? Wegen dem Klimawandel und der zunehmenden Unwetter? Und vor allem wegen meinem kranken Vater.
Oft erhält man in solchen Situationen dann den Rat: «Positiv bleiben und nach vorne schauen» oder «Es wird alles gut». Das hilft nur nicht, weil unser Unterbewusstsein sich meldet und uns signalisiert «nix ist gut»! In der Forschung nennt man das “toxische Positivität”, wenn man zwanghaft versucht positiv zu denken oder zu fühlen.
Besser als toxische Positivität funktioniert “Radikale Akzeptanz”.
Es bedeutet, die Realität vollständig und ohne inneren Widerstand anzunehmen, so wie sie ist. Nicht gutheissen.
Nicht aufgeben, sondern anerkennen.
Leid entsteht weniger durch das, was passiert, sondern durch das Nicht-Akzeptieren von Realität, so hart sie auch ist. Erst durch das ehrliche Annehmen von Fakten, Gefühlen und Umständen bin ich präsent und vermeide sekundäres Leiden, das durch den inneren Widerstand entsteht (Warum ist das passiert, warum ich, ich halte das nicht aus…). Es bedeutet nicht Resignation oder Passivität im Gegenteil es ist die Grundlage für wirksames Handeln.
Erst wenn wir die Realität akzeptieren, wie sie ist, können wir sie bewusst verändern.
Wenn einer der Athleten, mit denen ich arbeiten darf in eine schwierige Situation (z.B. Verletzung, Trennung, Stammplatzverlust) kommt und er oder sie Probleme hat es zu akzeptieren, sag ich ihnen jeweils: «Es gibt keine Helden ohne Monster»
Diesen Gedanken finde ich auch für das bevorstehende 2026 sehr passend und ich dachte mir vielleicht hilft Euch ja ein Neujahrsimpuls um mental gerüstet und mit der richtigen Haltung zu starten:
Das neue Jahr beginnt und wir starten es nicht mit Leichtigkeit. Wirtschaftliche Unsicherheit, politische Spannungen, ökologische Herausforderungen, private Probleme. Monster gibt es genug. Jeden Tag.
Aber genau darin liegt die Wahrheit:
Ohne Widerstand keine Entwicklung.
Ohne Druck keine Klarheit.
Ohne Monster keine Helden.
Dieses Jahr wird uns fordern. Es wird uns testen.
Und genau deshalb wird es zeigen, wer wir wirklich sind.
Nicht ausweichen. Nicht warten. Nicht beschweren.
Annehmen. Aufstehen. Handeln.
Denn Helden werden nicht in ruhigen Zeiten geboren, sondern in Momenten, in denen andere zurückweichen.
Willkommen im neuen Jahr.
Zeig wer Du bist!
Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 08.01.2026 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag