In den 1960er Jahren vertrat der junge Psychologe Laszlo Polgar eine damals radikale These: Genies werden nicht geboren – sie werden gemacht.
Bis dahin war die gängige Meinung, dass Menschen als Genies geboren werden.
Doch Polgar widersprach. Er glaubte, dass jedes Kind zum Genie werden kann, wenn man es von klein auf gezielt fördert.
Und er wollte das beweisen – mit seinen eigenen Kindern.
Polgar suchte ein Feld, das objektiv messbar war. Seine Wahl fiel auf Schach.
Dann beschloss er zusammen mit seiner Frau, dass sie ihre drei Töchter zu Schachmeisterinnen erziehen würden.
Um dies zu erreichen musste Polgar Zuhause ein passendes Umfeld schaffen. So gab es in der Wohnung der Polgars viele Regale volle Schachbücher und in jedem Raum lagen Schachbretter.
Und es wurde täglich stundenlang Schach gespielt. Beim Frühstück gab es Gespräche über berühmte Schachpartien und ständig wurden spielerisch Schachrätsel gelöst. Trotz des harten Trainings betonte Polgar jedoch auch die Spielfreude.
Das Ergebnis?
Die älteste Tochter Susan wurde die erste Frau, die den Titel des Grossmeisters erlangte. Weniger als 0.00002% aller Schachspieler erreichen diesen Titel. Von 1996 bis 1999 war sie ausserdem Weltmeisterin.
Die zweite Tochter Sofia hatte ebenfalls frühe Erfolge (u.a. U14 Weltmeisterin) – hat sich jedoch dann ganz aus dem Schachspiel zurückgezogen. Sie ist jedoch als Künstlerin sehr erfolgreich.
Doch es war die jüngste Tochter Judit, die die höchsten Erfolge erzielte. Mit 15 Jahren wurde sie damals zur jüngsten Grossmeisterin aller Zeiten (sie war damals jünger als der legendäre Bobby Fischer) und gewann ebenfalls mehrere Weltmeistertitel. Sie gilt als beste Schachspielerin aller Zeiten.
Polgar hatte also recht.
Er hatte bewiesen, dass man Kinder zu Genies “erziehen” konnte.
Was hat das aller mit Leadership zu tun?
1) Umfeld schlägt Talent: Polgar hat gezeigt: Mit der richtigen Kultur – es war nichts anderes, was er Zuhause gefördert hatte – kann jede Person Weltklasse-Leistungen erreichen.
=> Wir müssen in Unternehmen weniger auf die perfekten Skills und Talente schauen – und stattdessen Umfelder schaffen, die echtes Wachstum ermöglichen.
2) Deliberate Practice: Polgar hatte einen gezielten Trainingsplan entwickelt und liess seine Töchter ständig an der Grenze ihrer Fähigkeiten trainieren.
=> Menschen wachsen, wenn sie “gestretcht” bzw. gefordert werden. Persönliche Weiterentwicklung geschieht nicht in der Komfort Zone.
3) Sinn + Leidenschaft: Polgar achtete darauf, dass die Freude am Schach nicht verloren ging. Auch wenn es klischeehaft klinkt: Es ging nie nur ums Gewinnen, sondern um Spass. Deshalb brannten die Töchter nicht aus.
=> Purpose und Freude sind die Basis für Hochleistung.
Die Geschichte zeigt: Exzellenz ist kein Produkt des Zufalls. Es ist das Ergebnis von Kultur, systematischem Lernen und einer Mischung aus Freude und Disziplin.
Dieser Beitrag wurde von Zani Sharifi am 17.11.2025 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag