Frag nie Deinen Chef wie es ihm geht!?

Kürzlich erzählte mir eine Top-Managerin eines grossen Medienkonzerns, dass es manchmal wirklich undankbar ist, Führungskraft zu sein. Und in der Tat, was wird nicht alles von „Great Leadern“ verlangt. Überall und auch auf dieser Plattform liest man ständig was gute Führungskräfte auszeichnet: Sie sollen empathisch, positiv und empowernd sein. Sie sollen gut zuhören und dem Gegenüber immer das Gefühl geben, dass er oder sie gerade der wichtigste Mensch auf der Welt ist. Sie sollen Mitgefühl zeigen und auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden eingehen. Auch ich selbst habe immer gute Tipps für noch bessere Führung. 

Hier ein kleiner Auszug:
„Wer führen will muss Menschen mögen“
„Gute Führung heisst aktivieren nicht fixieren“
„Wahre Leader zeigen sich verletzlich und nicht nur stark“

Das stimmt natürlich alles und wer Führungskraft wird, sollte sich auch dieser Verantwortung für Menschen bewusst sein und sie annehmen. Und klar, viele werden argumentieren mit der Rolle kommen auch Privilegien, mehr Gehalt, Zugang zu Informationen, grösseres Büro, bessere Weiterbildung, etc.

Gleichzeitig sollte man nie vergessen auch Team-, Abteilungs-, Bereichs- und Geschäftsleiter sind nur Menschen. Viel zu selten wird gefragt, wie es ihnen eigentlich geht. Wie sie mit dem ständigen Performance Druck und den immer neuen Anforderungen im Geschäft umgehen? Ich erlebe viele Chefs, die sich wirklich bemühen eine positive Stimmung im Team zu etablieren, eine echte Verbindung zu ihren Mitarbeitenden aufbauen, sie coachen und fördern, keinen Geburtstag vergessen und auch bei privaten Krisen für sie da sind. Das Miteinander ist positiv, das Team ist aktiviert und der Einzelne fühlt sich gesehen. Aber wer sieht den Chef? Wer coacht den Coach? Und wer ist für ihn da, wenn er weitreichende Entscheidungen treffen muss, die ihn nächtelang nicht schlafen lassen, wenn grosse Kunden wegbrechen und keine neuen in Sicht sind oder wenn aufgrund ewiger Geschäftsreisen die eigene Ehe zerbricht?

In vielen Fällen fehlt es an einem Netzwerk von Gleichgesinnten oder Mentoren, mit denen Herausforderungen besprechen werden können. Diese Isolation kann zu einer erhöhten emotionalen Belastung und Depressionen führen.

Studien zeigen, je grösser die Verantwortung in der Organisation, umso einsamer fühlen sich die Menschen. An der Spitze ist man einsam.

Darum sollte Empathie und Wertschätzung nicht nur für die Mitarbeitenden gelten, sondern auch für die Leitenden. Führungskräfte sollten nicht nur Unterstützung anbieten, sondern auch selbst die Unterstützung erhalten, die sie für ihre eigene Entwicklung und ihr Wohlbefinden benötigen.

Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 25.08.2025 auf LinkedIn veröffentlicht. Zum Original-Beitrag

Impulse mit Wirkung
Langweilige Vorträge? Gibt es schon genug. Mit Witz, Tiefgang und Insights aus dem Sport bewegen unsere Speeches emotional – Startpunkt echter Veränderung und Gelegenheit, uns kennenzulernen!